letztes Update: 17.08.06

Philosophie

Sheila_Hp02

Ein Bisschen was zum Nachdenken. Alltägliches, es begegnet uns ständig, aber wir sehen es nicht oder wollen es nicht sehen!

RESPEKT

  • Betrachten wie unser Pferd als Tier, das Bedürfnisse hat. Nicht vermenschlichen, aber auch nicht als etwas betrachten, woran man sich abreagieren kann, was man sich untertänig machen und ausnützen darf

AUFMERKSAMKEIT

  • Wenn ich etwas von meinem Pferd will, muss ich auch selbst mit der entsprechenden Aufmerksamkeit dabei sein. Nicht nebenbei telefonieren und erwarten, dass das Pferd perfekt geht und wenn dem nicht so ist, es bestrafen
     
  • ICH darf aber auch die Aufmerksamkeit meines Pferdes erwarten. Das gelingt aber nicht, wenn ich weniger als Luft bin! D.h. ich muss mir die Aufmerksamkeit meines Tieres ERARBEITEN! Ich muss zur Karotte werden, zum Leittier, zum wichtigsten Ansprechpartner!
     
  • Ein Tier hat immer einen GRUND
  • Auch wenn es manchmal lästig erscheint: wenn ein Pferd sich schreckt, schlecht geht, unwillig reagiert etc., hat es einen GRUND!
  • Kein Tier macht etwas absichtlich. Ein Pferd ist ein Herdentier und hat somit die genetische Veranlagung „gefallen zu wollen“. Das braucht es, um in seiner Herde akzeptiert zu werden, die ihm wiederum das Überleben sichert.
  • Auch wir sind für das Pferd „Herde“ und um etwas absichtlich zu tun, unterstellen wir einem Tier, das gleichzeitig als „dumm“ abgetan wird, abstraktes Denken!

FEHLERSUCHE

    • IMMER zuerst bei mir nach dem Fehler suchen!
    • Kann es vielleicht etwas nicht ausführen, weil ich es behindere oder der Sattel zwickt oder ich falsche Hilfen gebe? …
    • Fremdreitertest: bei einem anderen funktioniert es, bei mir nicht. Und wer ist schuld? Richtig, der BLÖDE BOCK!

BALANCE

  • selbst im Gleichgewicht sein
    • im äusseren: wenn ich im Sattel herumpeppel kann kein Pferd locker und gelöst gehen!
    • wie auch im inneren: ein Tier merkt auch dann psychische Unzulänglichkeiten, wenn wir es mit Äusserlichkeiten zu „täuschen“ versuchen!

GEFÜHL

    • dafür haben, wie das Pferd „drauf“ ist (kann ja auch mal einen schlechten Tag haben!)
    • WAS es WARUM nicht versteht (liegt es an mir, tut ihm etwas weh ...)
    • dafür entwickeln, dass ich auch nachgeben können muss und nicht verbissen an etwas arbeite, aber nicht sehe, dass dies zu nichts führt! Innehalten, durchatmen, an etwas anderem arbeiten!

TIMING oder DRUCK erzeugt GEGENDRUCK!!!!

    • WANN muss ich WIE handeln?
    • Mimik und Körper des Pferdes beobachten (z.B. Muskelanspannung, Gewichtsverlagerung – jetzt macht es einen Schritt!)
    • Schon im Vorfeld einen Fehler zu erkennen versuchen, um es nicht zu einer harten Korrektur kommen zu lassen
    • Bsp.:
      • Öffnen der Faust bei nachgebendem Genick (Reiten)
      • Einstellen einer übertriebenen Hilfe, wenn das Pferd dem nachkommt. Alles was STÄNDIG gemacht wird stumpft ab!!!!
      •        z.B.: klopfender Schenkel, ständiges Wortkommando (z.B. beim Longieren
      •           „Scheeritt, Scheeritt, Scheeritt“), konstant hart anstehender Zügel
      • Dauerdruck z.B. beim Vorhand verschieben ...

Das Pferd als SPIEGEL Deiner selbst:

  • „Wie der Herr, so des Gscher“ – mein Tier spiegelt meine Launen, meine Persönlichkeit, meine Probleme. Also nicht wundern, wenn es hektisch ist, keinen Ausdruck hat, oder hypersensibel reagiert. Daran arbeiten, aber nicht für etwas strafen, was ICH ihm vermittle!

WIE DU MIR, SO ICH DIR

  • Wenn ich immer schlecht drauf bin, braucht es nicht zu verwundern, dass mein Pferd mir nicht freudestrahlend entgegenkommt mit dem Gesichtsausdruck „Was machen wir denn heute Schönes?“.
     
  • Wenn ich immer Druck ausübe, nie versuche, mit leichtesten Hilfen auszukommen, werde ich einen Büffel heranziehen, über den ich mich ärgere, weil er mich durch die Gegend schleift, sobald er einen Grashalm sieht!
     
  • Wenn ich immer nervös vor meinem Pferd herumfuchtle, ständig daran herummanipuliere, werde ich nie ein Pferd bekommen, das ruhig stehen kann!
     
  • Die meisten „Untugenden“ sind hausgemacht, selbstproduziert!!!!
     

LERNEN

  • Wir lernen alle gleich, ob Mensch oder Tier!
     
  • Wenn wir oder unser Pferd etwas Neues lernen, wird es auf unserer Diskette, unserem Kurzzeitgedächtnis gespeichert. Die Speicherkapazität ist dort jedoch bald erschöpft. Um Erfahrungen nicht verloren gehen zu lassen, müssen wir sie also auf unsere Festplatte, unser Langzeitgedächtnis überspielen und dieser Download braucht ZEIT!
     
  • Also ….. Pausen machen!!!

    Tief durchatmen, abspeichern, Keksi kauen, nicht ständig das gleiche abfragen, zwei, dreimal hintereinander genügt vollkommen!
     
  • Ich will auch nicht pausenlos gefragt werden, ob ich weiss, wie ich heisse - da würde ich mir doch leicht dämlich vorkommen! Selbst ich sollte das irgendwann mal wissen!
     
  • Nicht jeden Tag das gleiche Programm abspielen. Nach der 599sten Wiederholung von „Julia, Wege zum Glück“ wird sich wohl auch keiner mehr dafür begeistern können!
     

Und zum Schluss:

FREUDE

  • Reiten/mein Pferd ist mein Hobby und ein Hobby soll Spaß machen!!!!!!!
     
  • Wie viele sieht man nach der Arbeit mit grimmigem Gesichtsausdruck am Pferd sitzen, herumriegeln, weil es wieder nicht geht, fluchend, weil der Bock nicht will.
     
  • Wie sieht das Pferd unter so jemanden aus? Genauso!!!
     
  • FRAGE: Wessen Pferd begrüsst seinen Besitzer freudig? Freut es sich, wenn ICH komme, oder nur, weil es weiss, dass es raus kommt oder es Futter bekommt? Will es mit mir auch ARBEITEN?
     
  • Nehme ich all das Vorangegangene zusammen, komme ich zur Conclusio:
    WENN ich für mein Pferd durch korrekte Arbeit an unserer Beziehung zur Karotte, zu seinem besten Freund und Leittier geworden bin, wird mein Pferd sich freuen, mit mir zu arbeiten.
     
  • Das kostet viel Zeit und Willen, auch bei Rückschlägen weiterzumachen. Aber eines sollte man immer bedenken: auch wenn es anscheinend ein unnötiger Umweg ist und es länger dauert, schlussendlich wird es DER Weg sein, der uns schneller an unser Ziel bringt: mein Pferd zu meinem Partner zu machen.
     
  • Denn Abkürzungen enden unweigerlich in einer Sackgasse!
     

Also, viel SPASS!!! ;-)